Bademode in Brasilien: Mehr als fünffingerbreit geht nicht!

Veröffentlicht: 21. Mai 2013 - 15:42h | Aktualisiert: 23. Mai 2013 - 03:11h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Bikini-Verkaufsstand an der Copacabana in Rio de Janeiro

Bikini-Verkaufsstand an der Copacabana in Rio de Janeiro

In den vergangenen Wochen wurde in Brasilien auf zahlreichen Laufstegen die Bademode für den Sommer 2013/2014 vorgestellt. Neben der alljährlichen Diskussion über zu magere Models sorgte vor allem viel nackte Haut für Aufsehen. Denn die Designer sind scheinbar weiterhin der Auffassung, dass brasilianische Frauen am Strand so wenig Stoff wie möglich tragen wollen. Was aber schlichtweg falsch ist.

Die Copacabana in Rio de Janeiro erlangt seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts immer größere Beliebtheit. In den Achtzigern prägte der weltberühmte Strand das internationale Bild der brasilianischen Exotik endgültig. Wohlgeformte Frauen präsentierten sich mit den knappsten Bikini-Höschen der Geschichte: nur ein Streifen Stoff mit der Breite eines Schnürsenkels bahnte sich seinen Weg durch die Pobacken, der „Zahnseide-Bikini“ war geboren. Noch heute besteht vor allem im Ausland das Klischee, dass entlang der mehreren tausend Kilometer langen Küste dieses Modell in großer Zahl zu sehen ist.

Tanga auch weiterhin Verkaufsschlager

Wer mit diesen Vorstellungen seinen Urlaub in Brasilien antritt, wird bitter enttäuscht. Der „fio dental“ ist längst verschwunden, der Tanga hat seinen Platz eingenommen und allen Modeschöpfern zum Trotz über Jahrzehnte verteidigt. Die Brasilianerinnen lieben ihn aufgrund seiner Flexibilität. Da er seitlich zusammengebunden wird, kann er so getragen werden, dass die Schnüre nicht in eventuell vorhandene Fettpölsterchen einschneiden. Denn die brasilianischen Strandnixen sind, dem zunehmenden Wohlstand in der sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt sei Dank, heute deutlich „kräftiger“ als noch vor 20 Jahren.

Und doch legt man in dem für seinen Körperkult bekannten Land auch weiterhin Wert auf nackte Haut. Ein Bikini-Modell mit mehr als fünffingerbreit Stoff am Po konnte sich an den palmenbesäumten Atlantikstränden Brasiliens nie durchsetzen, der Badeanzug gilt zudem als Relikt einer längst vergangenen Zeit. Auch wenn er alljährlich auf den „Fashion Weeks“ in neuen Variationen wieder vorgestellt wird. Der Lifestyle in Brasilien unterscheidet sich damit deutlich von der internationalen Mode, was vor allem Touristinnen aus den USA und Europa immer wieder deutlich bewusst wird.

Bikini am besten vor Ort kaufen

Der mitgebrachte Bikini, der beim letzten Badeurlaub in Frankreich oder Spanien noch für Aufmerksamkeit sorgte, wird am Strand von Ipanema maximal eines müden Blickes gewürdigt. Und von den einheimischen Schönheiten mitleidig belächelt. Viele Urlauberinnen kaufen sich daher erst vor Ort die passende Bademode. Allerdings gibt es auch eine Alternative, die nicht nur für Aufsehen sorgt sondern von daheim mitgebracht werden kann: der Trikini. Die eigenwillige und einteilige Kreation als Mischung zwischen Bikini und Badeanzug zeigt noch genug freie Haut und kann bei der entsprechenden Figur damit durchaus die Fantasie der männlichen Badegäste anregen. Entworfen wurde er bereits vor gut 40 Jahren, wie die Geschichte von Trikini und Co. auf bademode-trends.eu aufzeigt.

In Brasilien, wo „Oben ohne“ übrigens strikt verboten ist, dürften damit auch in den kommenden Jahren knappe Bikinis das Bild am Meer bestimmen. Am besten man besorgt sich seine Bademode vor Ort und hat damit auch gleich ein nettes Erinnerungsstück für zuhause. Wer möchte, kann sich seine Strandbekleidung auch komplett in den Landesfarben kaufen. Allerdings sollte man auch hierbei darauf achten, dass die einheimischen Schönheiten diese Variante eher weniger tragen. Man möchte ja nicht gleich mit einer Touristin verwechselt werden.