Brasilien investiert in behindertengerechten Tourismus

Veröffentlicht: 19. Oktober 2014 - 01:30h | Aktualisiert: 19. Oktober 2014 - 13:47h | Kategorie: Brasilien Reise-News

IMG_7140Menschen mit Mobilitätsproblemen, Sehschwächen oder sonstigen Behinderungen sollen es künftig leichter haben, in Brasilien zu reisen. Das Tourismusministerium unternimmt derzeit verschiedene Anstrengungen, um Hürden abzubauen und Städte und Sehenswürdigkeiten zugänglicher zu gestalten. Im Bundesstaat Pernambuco gab es darüber hinaus verschiedene Schulungen für die Mitarbeiter der Tourismusbranche, Hotelerie und Gastronomie. Initiiert hat das Ministerium ebenso eine entsprechende Kampagne.

Bürgersteige ohne Absenkungen, Schlaglöcher oder Strommasten in der Mitte des Gehweges – dies sind nur einige der Beispiele, die Geh- oder Sehbehinderten Menschen das Leben erschweren. In den Zentren einiger historischer Städte wurden viele der Barrieren mittlerweile abgebaut. Seit 2008 investiert Brasilien in Verbesserungen ausgewählter, touristischer Ziele, um diese auch Rollstuhlfahrern oder Blinden zugänglich zu machen. Umgerechnet über 24 Millionen Euro wurden für die Bauarbeiten in Infrastrukturmassnahmen in verschiedenen Regionen zur Verfügung gestellt.

Ziel der Kampagne ist es auch, die Zahl der behindertengerecht ausgestatteten Unterkünfte zu erhöhen. Im Mittelpunkt standen dabei bisher die zwölf Städte, in denen die Spiele zur Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wurden (Manaus, Fortaleza, Recife, Salvador de Bahia, Rio de Janeiro, São Paulo, Curitiba, Porto Alegre, Cuiabá, Brasília, Belo Horizonte und Natal).

Um auch die Mitarbeiter der Hotels und in der Gastronomie entsprechend vorzubereiten, wurden und werden Schulungen durchgeführt, wie unter anderem in der Hauptstadt Pernambucos, Recife, sowie auf der Archipel Fernando de Noronha. Für 2015 ist geplant, mindestens 8.000 Interessierte auszubilden. Vorgesehen sind für 2015 zudem weitere Studien und die Vergabe von Prämien für besondere Beispiele im Bereich des behindertengerechten Tourismus.

Dass Brasilien sich derzeit dem Thema so stark annimmt, hat seinen Grund. 2016 wird in Rio de Janeiro nicht nur die Olympiade sondern auch die paralympischen Spiele ausgetragen. Erwartet werden dazu etwa 4.350 behinderte Athleten aus 176 Ländern.