Cemitério do Bonfim in Belo Horizonte bietet Reise in die Vergangenheit

Veröffentlicht: 25. September 2015 - 16:15h | Aktualisiert: 25. September 2015 - 16:15h | Kategorie: Brasilien Reise-News

engel_2375Monumentale Bauwerke gibt es nicht nur in den Stadtzentren. Auch etliche Friedhöfe sind mit Monumenten und Denkmälern ausgestattet, die zunehmend mehr Touristen anziehen. In der Stadt Belo Horizonte gilt der Cemitério do Bonfim als Touristenattraktion. Darüber hinaus erzählt er die Geschichte der Stadt und seiner Bewohner und gibt einen Einblick in die Architektur und Kunst Brasiliens im 19. Jahrhundert.

Mit seinen Bauwerken und Denkmälern gilt der Friedhof Cemitério do Bonfim als Freilichtmuseum. Er zählt zudem zum touristischen Rundgang der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais. Angelegt wurde er Ende des 19. Jahrhunderts, um dort einmal die Bewohner Belo Horizontes zu bestatten. Allerdings wurde er bereits vor der Stadt selbst eingeweiht, als 1897 eine Tochter eines der Bauherren Belo Horizontes verstarb. Wie die Hauptstadt Brasiliens ist auch Belo Horizonte gezielt geplant und angelegt worden.

50 Jahre lang war der Cemitério do Bonfim die einzige Ruhestätte für die Verstorbenen der Stadt. Viele ilustre Bürger, Stadtväter und einflußreiche Zeitgenossen sind dort in eindrucksvollen Steinbauwerken bestattet. Er ist aber auch Heimat von Bürgern aller sozialer Schichten, der verschiedensten Religionen und Nationalitäten. Entsprechend vielfältig sind die Grabstätten gestaltet. Reichere Familien leisteten sich große Marmorgräber, die mit Statuen von bekannten Künstlern verziert wurden. Der Wert eins dieser Bauwerke wird auf 400.000 Reais geschätzt (umgerechnet derzeit etwa 100.000 Euro).

Zu finden sind aber ebenso einfachere Gräber, wie das eines Hermaphroditen, der sich umgebracht hat, weil er von den Ärzten gezwungen wurde, sich für eins der beiden Geschlechter zu entscheiden. Um den Cemitéro do Bonfim ranken sich auch einige Legenden der Stadt. Die „Loira do Bonfim“ (Die Blonde von Bonfim) ist eine davon. Sie soll des nächtens erscheinen und per Anhalter zu ihrem Heim fahren, dem Friedhof.

Angeboten werden die Besichtigungen des Friedhofs kostenlos von der Fundação Municipal de Parques in Partnerschaft mit der Universität Minas Gerais. Allerdings sind die geführten Touren so gefragt, dass Voranmeldungen über die Fundação Municipal de Parques notwendig sind.