Durch den Regenwald der untergehenden Sonne entgegen

Veröffentlicht: 2. November 2014 - 15:18h | Aktualisiert: 2. November 2014 - 21:32h | Kategorie: Brasilien Reise-News

serra-verdeMit dem Serra Verde Express wird in Brasilien nun eine der wohl romantischsten Eisenbahnfahrten Lateinamerikas Realität. Von der Küste des Bundesstaates Paraná aus können ab sofort Touristen die Berge hinauf zum Hochplateau von Curitiba dem Sonnenuntergang entgegen fahren. Die Strecke führt durch einen der artenreichsten Regenwälder der Welt, der Mata Atlântica. Darüber hinaus gilt sie mit ihren Tunnels, Galerien und Brücken als Meisterwerk der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts.

Mit ihren Dutzenden in den Fels gehauenen Tunnels, Galerien und Eisenbrücken windet sich die Strecke durch das Küstengebirge. Auf 110 Kilometern überwindet sie einen Höhenunterschied von 900 Metern und gibt immer wieder Blicke auf das einzigartige Landschaftsbild des Küstengebirges, die überschwängliche Natur, den Atlantischen Regenwald und die Wasserfälle der Bergbäche preis. Während der drei- bis vierstündigen Fahrt von dem historischen Städtchen Morretes zur modernen Stadt Curitiba erzählt ein Reiseführer über den Bau der Strecke, mit dem 1880 begonnen wurde und an dem auch deutsche Ingenieure beteiligt waren.

Schon tagsüber ist die Zugfahrt durch die Berge ein Erlebnis. Mit dem Angebot „ver o por de sol“ erhält sie nun noch eine romantische Komponente. Enthalten ist in dem Angebot eine Fahrt mit dem Minibus auf der historischen Straße Graciosa hinunter bis zu dem Ort Morretes. Wer will, kann die Strecke aber ebenso mit dem Fahrrad oder Motorrad zurücklegen. Die Straße basiert auf einen alten Pfad, der schon von den Indios und später den Jesuiten benutzt wurde, um von der Küste die Berge hinauf zu gelangen. Heute ist er von Hortensien gesäumt, bietet Rast- und Grillplätze und ein Naturerlebnis. Bei der Rückfahrt mit dem Zug können Fahr- und Motorräder im Gepäckwagen mitgeführt werden.