Neue Regeln für den Besuch von Indio-Dörfern

Veröffentlicht: 8. August 2015 - 20:49h | Aktualisiert: 8. August 2015 - 20:49h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Xingu Park Sonnenaufgang_AgenciaBrasilEin besonderes Erlebnis ist es, eins der Indio-Dörfer Brasiliens zu besuchen. Allerdings sind dabei einige Regeln zu beachten. Die sind nun von der brasilianischen Indio-Behörde Funai überarbeitet worden. Danach müssen Agenturen und Unternehmen, die Touristen Besuche in den Terras Indígenas anbieten, einen Plan dazu bei der Funai einreichen.

Bisher gab es nur allgemeine Regeln für touristische Besuche in den Aldeias der Ureinwohner Brasiliens. Diese sind jetzt angepasst worden. So ist es, ähnlich wie in Naturschutzgebieten verboten, jedwelches Material in den indigenen Territorien zu entnehmen, seien es Pflanzen oder Steine. Fotos dürfen nur mit Erlaubnis gemacht oder verbreitet werden. Im gleichen Sinne geschützt ist das traditionelle Wissen der indigenen Völker. Verboten ist es, Alkohol zu sich zu nehmen, zu fischen, zu jagen oder natürliche Produkte zu entnehmen.

Rechtskräftig ausgewiesen sind nach Angaben der Indio-Behörde Funai in Brasilien 462 Terras Indígenas, die meisten von ihnen befinden sich im Amazonas-Regenwald. Nicht alle sind für Touristen zugänglich und auch nicht alle Völker sind auf sie vorbereitet, wie es von der Expertin Alessandra Schneider heißt. Sie fordert eine Einbindung der indigenen Völker und ebenso eine spezielle Ausbildung der touristischen Unternehmen, die entsprechende Ausflüge anbieten, dies auch, um zu vermeiden, dass die Kultur der Indio-Völker zu einem folkloristischen Spektakel verkommt.

Noch steckt der Ethno-Tourismus in Brasilien in den Kinderschuhen. Gefragt sind bisher vor allem diejenigen Dörfer, die in der Nähe von Städten liegen. Ein Beispiel ist ein Aldeia der Pataxós, das nahe der Stadt Porto Seguro in Bahia gelegen ist. Einige Agenturen bieten bereits Besuche in dem Dorf an. Die dort lebenden Indios haben sich längst darauf eingestellt. In einer Oca, einem typischen Rundhaus ihres Volkes, zeigen und verkaufen sie ihre kunstvollen Handarbeiten, wie Töpferwaren, Schmuck aus bunten Samen, Schnitzereien und andere. Das damit eingenommene Geld, kommt der Dorfgemeinschaft zugute.