Neues Info-Portal soll afro-brasilianische Kultur stärken

Veröffentlicht: 28. Dezember 2013 - 15:11h | Aktualisiert: 28. Dezember 2013 - 15:11h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Die Afro-Brasilianer spielen eine große Rolle in Brasilien. Sie stellen etwa die Hälfte aller Einwohner. Auch die Kultur des südamerikanischen Landes wurde von ihnen geprägt. Bekanntestes Beispiel dafür ist der Samba. Besonders stark ist die Afro-Kultur im brasilianischen Bundesstaat Bahia zu spüren. Um dies auch den Touristen näher zu bringen, hat das dortige Fremdenverkehrsamt nun eine eigene Internetseite ins Leben gerufen, das Portal „Turismo Étnico-afro“.

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Das Portal gibt nicht nur Auskunft darüber wo und wann in Bahia typische Festveranstaltungen oder Märkte der brasilianischen Afro-Kultur stattfinden. Aufgeführt sind dort ebenso Tipps für Rundreisen, um in die Kultur der Sklavennachkommen einzutauchen. Auch die Geschichte der Afrikaner, die unter anderem im heutigen Sudan gefangen wurden, um in Bahia unter menschenunwürdigen Bedingungen zu arbeiten, ist dort nachzulesen. Einige von ihnen schafften es, der Sklaverei zu entfliehen und gründeten in abgelegenen Gebieten eigene Dörfer, die Quilombos. Etliche der Quilombos sind mittlerweile als “Gebiete traditioneller Völker” bereits unter Schutz gestellt. Wie und wo solche Gemeinden besucht werden können, ist ebenfalls auf dem Portal zu erfahren.

Das Portal ist aber nicht nur dazu gedacht, um den Ethno-Tourismus zu fördern. Es soll vielmehr ebenso die Kultur der Afro-Brasilianer stärken. So erhalten dort auch die Capoeira-Gruppen die Möglichkeit sich zu registrieren, um so an die Öffentlichkeit zu treten. Der Capoeira, ein typisches Beispiel der afro-brasilianischen Kultur, ist ein Kampftanz, der vor schwarzen Sklaven ins Leben gerufen wurde. Er wird von Trommelschlägen und Musik begleitet und erfreut sich heute weltweit großer Beliebtheit.

Bisher ist das Portal nur auf Portugiesisch verfügbar. Mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms ist es jedoch durchaus möglich, einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der afro-brasilianischen Kultur zu erhalten. Und wer weiß, vielleicht wird die Seite ja auch irgendwann einmal in anderen Sprachen angeboten. Wer schon jetzt einen Blick auf das Portal werfen will, kann dies unter www.etnicoafro.bahia.com.br tun.