Pflanzen der Caatinga sollen Verbreitung der Tigermücke verhindern

Veröffentlicht: 17. Januar 2016 - 09:09h | Aktualisiert: 17. Januar 2016 - 09:09h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Baum CaatingaEine Lösung gegen die Ausbreitung der Dengue und andere Krankheiten übertragenden Tigermücke liegt möglicherweise im semiariden Nordosten Brasiliens. Dort wachsen zwei Pflanzen, deren Auszüge die Larven der Aedes aegypti abtöten. Tests mit Extrakten aus ihren Blättern zeigen bereits “zufriedenstellende“ Ergebnisse, wie es heißt.

Seit 2011 untersuchen Forscher des brasilianischen „Instituto Nacional do Semiárido“ verschiedene Plfanzen der semiariden Caatinga auf mögliche Inhaltsstoffe, die als Larvizid gegen die Tigermücke eingesetzt werden können. Getestet haben sie die ätherischen Öle diverser Pflanzen. Als vielversprechend gelten dabei die Experimente mit den Bäumen Cutia (Eugenia brejoensis) einer Kirschmyrte und Umburana (Bursera leptophloeos). Ihre Effizienz beim Abtöten der Larven wird mit über 50 Prozent angegeben. Jetzt sollen weitere Tests erfolgen, um die notwendige Dosis und mögliche Nebenwirkungen auf Mensch und Umwelt herauszufinden. Mit den Ergebnissen rechnen die Forscher in den kommenden sechs Monaten.

Die Tigermücke (Aedes aegypti) sorgt seit Jahren in Brasilien immer wieder für Dengue-Epidemien. Allein 2015 sind über 1,6 Millionen Menschen in dem südamerikanischen Land daran erkrankt und 843 gestorben. Übertragen wird von der Tigermücke ebenso Chikungunya, mit dem sich im vergangenen Jahr etwa 20.000 Brasilianer infiziert haben. Erstmals sind vor wenigen Tagen zudem drei Todesopfer in Zusammenhang mit Chikungunya verzeichnet worden. Ebenso übertragen wird von ihr der Zika-Virus, der im Verdacht steht, bei Ungeborenen Mikrozephalie auszulösen.

In wenigen Monaten wurden in dem südamerikanischen Land über 3.500 Fälle von Mikrozephalie bei Neugeborenen registriert. Die USA haben Schwangeren deshalb bereits offiziell von einer Reise nach Brasilien abgeraten. Auch in Brasilien selbst wird geraten, geplante Schwangerschaften zu verschieben. Darüber hinaus ist die Bevölkerung dazu angehalten, Mückenschutzmittel (Repellents) zu benutzen.

Gleichzeitig laufen verschiedene Aktionen, um die Verbreitungsherde der Mücke einzudämmen. Mitarbeiter der Gesundheitsämter inspizieren Anwesen. Zum Einsatz kommen dabei ebenso Drohnen und Apps. In Niteroi werden Tests mit Tigermücken durchgeführt, die mit der Wolbachia-Bakterie bestückt wurden. Sie verhindert ein Übertragen der drei Krankheiten und wird von den Mücken an deren Larven vererbt. In einigen Städten hat sich auch die Bevölkerung mobilisiert, um die Siedlungen von Müll zu befreien, in dem sich Wasser sammeln und die Mücken sich so vermehren können.