Radtourismus in Brasilien soll gefördert werden

Veröffentlicht: 23. Oktober 2014 - 22:47h | Aktualisiert: 24. Oktober 2014 - 07:18h | Kategorie: Brasilien Reise-News

chapada-diamantinaBrasilien mit dem Fahrrad zu erobern ist eine Herausforderung. Viele Städte des südamerikanischen Landes haben sich bereits auf die steigende Zahl der Radtouristen eingestellt. Unterstützt wird dies sowohl vom Tourismusministerium als auch dem Ministerium für Umweltschutz, die darin eine Form des nachhaltigen Tourismus sehen. Einige der Routen sind deshalb im „Grünen Paß“ aufgenommen worden, der über das Internet und Apps Informationen dazu bietet.

In Rio de Janeiro gibt es bereits 116 Ausleihstationen, die mit 1.160 Fahrrädern bestückt sind. Ziel ist es, bis 2015 die Zahl der Stationen auf 260 und die der Räder auf 2.600 zu erhöhen. Erweitert werden soll ebenso das Radwegenetz der Stadt am Zuckerhut von derzeit etwa 370 Kilometern auf 450 Kilometer. Etliche Hotels arbeiten zudem mit Agenturen zusammen, die nicht nur einen Fahrradverleih anbieten, sondern ebenso geführte Touren für Kleingruppen, beispielsweise entlang der Copacabana und dem Strand von Ipanema.

Im Süden des Bundesstaates Bahia zieht die „Rota do Descobrimento“ immer mehr Radtouristen an. Die Route, deren Name sich auf die Entdeckung des amerikanischen Kontinentes durch Christoph Columbus bezieht, umfasst 120 Kilometer, die vor allem am Strand entlang per Drahtesel zurück gelegt werden. Agenturen bieten dazu sechstägige Reisen von Prado bis Arraial d’Ajuda an, mit Begleitwagen, Unterkunft und Verpflegung.

In der Hauptstadt Brasília weisen weiße, gelbe und grüne Fußabdrücke auf Sightseeingtouren per Velo oder zu Fuß hin. Die gelben Abdrücke führen zu Sehenswürdigkeiten aus der Natur und der Kunst, die weißen zum Präsidentenpalast und dem Platz der drei Gewalten (Praça dos Três Poderes), die blauen unter anderem zum Fußballstadion Mané Garrincha. Die Tour ist bereits im „Grünen Paß“ enthalten. Mit dem sollen nicht nur die Unternehmen der Reisebranche zur Förderung des nachhaltigen Tourismus angeregt werden. Vielmehr bietet er ebenso für Besucher und Radfans Informationen für ein Öko-gerechteres Reisen.