Rio de Janeiro: GPS-System führt Touristen in den Tod

Veröffentlicht: 9. Dezember 2016 - 09:16h | Aktualisiert: 9. Dezember 2016 - 09:16h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Foto: Patryk Kosmider/Fotolia.com

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Der Tod eines italienischen Touristen in einer Favela Rio de Janeiros löst einmal mehr Debatten über die öffentliche Sicherheit in der meistbesuchten Stadt Brasiliens aus. Der Italiener hatte sich auf ein GPS verlassen, mit dem er direkt in die Arme der Kriminellen geführt worden ist, die auf ihn und seinen Begleiter ohne jegliche Vorwarnung das Feuer eröffnet haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein GPS-System Auto- oder Motorradfahrer in gefährliche Regionen Rio de Janeiros gelotst hat. Theoretisch sollte das System den Fahrern bei der Orientierung helfen. Die von ihm angezeigte, kürzeste Strecke ist jedoch nicht immer die sicherste. In Rio de Janeiro kann die vergebene Route durch unsicheres Gebiet führen, das von Kriminellen kontrolliert wird.

Den beiden Italienern ist dies zum Verhängnis geworden. Das GPS hat sie bei der Abfahrt vom Cristo Redentor in die Favela Morro dos Prazeres geführt. Dort haben die Kriminellen die beiden Motorradfahrer wegen einer am Helm angebrachten Kamera für Polizisten gehalten, das Feuer eröffnet und den 52-jährigen Roberto B. Erschossen.

Mehrere Menschen haben wegen der Fehlleitung durch das GPS-System in Rio de Janeiro bereits ihr Leben verloren, sowohl Bewohner der Stadt als auch brasilianische Touristen und jetzt ein italienischer Urlauber, der mit seinem Cousin eine Südamerika Tour per Motorrad unternommen hatte. Wie es heißt, konnte die Polizei sieben mutmaßliche Täter identifizieren.

Mehrere Favelas sind “befriedet“ und mit UPPs (Polizeistationen) ausgestattet. Allerdings gibt es nach wie vor Favelas, in denen Drogendealer und Banden herrschen. Das gilt auch für einige Bereiche bereits befriedeter Comunidades.

In der Vergangenheit ist darüber diskutiert worden, das GPS-System für die Stadt unter dem Zuckerhut anzupassen. Es sollte nicht nur die schnellste, sondern auch die sicherste Route anzeigen oder zumindest auf Gefahrenzonen hinweisen. Auch die Entwicklung entsprechender Apps war im Gespräch.

Solange beides nicht verfügbar ist, muss Touristen dringend davon abgeraten werden, sich in Rio de Janeiro ausschließlich auf das GPS zu verlassen.