Erlebnis Kakao(Küste) Ilhéus – im Bundesstaat Bahia

Veröffentlicht: 21. September 2008 - 16:15h | Aktualisiert: 15. September 2013 - 13:33h | Kategorie: Naturreisen

Ilhéus, Taboquinhas und natürlich viel Kakao

Dauer: 4 Tage / 3 Nächte
Start/Ende: Ilhéus
Durchführung: ganzjährig

Unsere Reise-Idee:
Kakao – Pflanze der Götter. Die erste Nutzung wird etwa 1100 v. Chr. erwähnt. Die Azteken kannten die Pflanze seit dem 14. Jahrhundert, wo sie als heilig galt und als Geschenk des Gottes Quetzalcoatl betrachtet und verehrt wurde. Mit der Verbreitung des Kakaogenusses in Europa verbreitete sich auch der Anbau des Kakaos in Plantagen unter Einsatz von Sklaven in den europäischen Kolonien. Im 17. Jahrhundert wurden zunächst die Regionen um Guayaquil in Ecuador und Caracas in Venezuela zu den Hauptproduktionsgebieten, gegen Ende desselben Jahrhunderts kamen Belém und Bahia hinzu. Wussten Sie, dass Kakao den Blutdruck senkt und das Herz schützt?

VIRTUELLER PROGRAMMABLAUF

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1. TAG: Ankunft in Ilhéus
Transfer zur Fazenda Esperança, zwischen Ilhéus und Itabuna gelegen. Die Unterkunft ist möglich im Doppel,- oder Einzelzimmer. Alle Zimmer verfügen über eine WC/Dusche und ein gutes Bett.

Die Fazenda produziert immer noch Kakao und hat sich auf Besucher spezialisiert. Während einem zweistündigen Besuch lernen wir viel über die Geschichte und den Anbau des Kakaos. Die Familie des Besitzers Virgílio war eine der ersten, die in dieser Gegend Kakao angebaut hat. Im Fazendaeigenen Museum können wir einen guten Einblick in die Familien- und Kakaogeschichte werfen. Mittagessen auf der Fazenda.

Am Nachmittag beginnen wir unsere Reise durch das Hinterland der Kakaoküste, welches noch heute fast ausschliesslich vom Kakaoanbau lebt. Wir fahren vorbei an unzähligen Fazendas aller Grössenordnungen, viele von ihnen heruntergekommen, aber viele auch wieder hergerichtet und voller Hoffnung auf die Rückkehr des Kakaobooms.

Vor über 15 Jahren wurde eine Pilzkrankheit eingeschleppt, die “Vassoura de Bruxa” (Hexenbesen), welche den Kakaoplantagen den Garaus machte. Die Ernte fiel auf 10% des ursprünglichen Ertrages, wodurch die Fazendas und die Landstädtchen in eine gosse Armut fielen. Durch die Hoffnung, die Krankheit eines Tages zu bewältigen, hat kaum jemand an Alternativen gedacht und die ganze Gegend fiel in eine ohnmächtige Dekadenz.

Vor einigen Jahren begannen die Techniker, gesunden Kakao zu klonen und auf die kranken Bäume aufzupfropfen. Dies hat nun mittlerweile einen kleinen Erfolg gebracht und auch die Vassoura de Bruxa scheint sich ganz langsam zurückzuentwickeln. Dies bringt nun wieder grosse Hoffnung und die Bevölkerung glaubt wieder an eine grosse Zukunft.

Unser Ziel ist das kleine Städtchen, welches wir beim letzten Tageslicht erreichen. Taboquinhas liegt abseits aller Touristenrouten und ist nur auf Erdstrassen zu erreichen. Die einheimische Bevölkerung besteht aus Mischlingen und Nachkommen der schwarzen Sklaven und trotz der Armut sind sie aufgeschlossen, freundlich und lebensfroh. Unterkunft in einer einfachen, aber gemütlichen Pousada.

Abendessen und danach ein kühles Bier oder eine Caipirinha am Dorfplatz.

2. und 3.Tag Taboquinhas
Taboquinhas ist wohl das Beste Beispiel der Dekadenz, welche durch die Vassoura de Bruxa ausgelöst wurde. Das hübsche Städtchen am Ufer des Rio de Contas lebte ausschliesslich vom Kakao. Heute fällt der Putz von den Häuserfassaden und die meisten Bewohner verbringen den Tag vor der Haustüre sitzend. Es gibt kaum Arbeit im Städtchen, aber auch hier besteht eine grosse Hoffnung auf bessere Zeiten, welche auf einigen Fazendas schon begonnen hat.

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Die beiden folgenden Tage werden ausschliesslich dem Kakao gewidmet. Je nach Jahreszeit können die Teilnehmer an der Ernte und dem Trocknen der Kakaobohnen teilnehmen oder an anderen Arbeiten, wie dem Schneiden der Kakaobäume oder dem Pfropfen von gesunden Ästen.

Wir lernen auch mit den Einheimischen, selbst Schokolade und andere Kakaoprodukte mit den einfachsten Mitteln zu produzieren. Eine Besonderheit ist der Kakaohonig, welcher aus der gebrochenen Frucht über Bananenblätter in einen Behälter läuft und die Basis für den Kakaogelee ist. Wir werden Kakaolikör herstellen und aus dem Fruchtfleisch einen herrlichen Saft zubereiten. Zerstossene Kakaobohnen, vermischt mit Zucker und Kokosraspeln (wird direkt von der Kokosnuss geraspelt) ergibt nach dem Erhitzen eine leckere Süssigkeit.

Wir besichtigen auch die ehemals wichtigste Fazenda von Taboquinhas, wovon aber nur noch Ruinen übrig sind. Interessant sind die Überreste der “Senzala”, der Unterkunft der Sklaven. Natürlich bleibt auch Zeit für ein Bad im Fluss oder unter einem der beiden Wasserfälle des Ortes. Am Sonnenuntergang wird am Flussstrand eine Capoeiraaufführung stattfinden und es gibt die Möglichkeit, die Grundschritte dieses Kampftanzes zu erlernen.

4. Tag Taboquinhas – Ilhéus
Die Frühaufsteher können mit Dona Niu im Fluss das Mittagessen ernten. Unter den Steinen leben die “Curucas”, kleiner Süsswassercamarão, welcher mit Reis und Mandiokmehl mit gerösteten Bananen unser Abschiedsessen auf der Varanda am Flussufer bildet. Vorher werden noch die hergestellten Kakaoprodukte für die Reise eingepackt und nach dem Mittagessen geht die Fahrt über die Küstenstrasse vorbei an herrlichen Stränden in zwei Stunden nach Ilhéus.

Bemerkung:
Die Haupternte vom Kakao ist im Mai – Juli und die Nachernte im Oktober – November.
Es kann jedoch das ganze Jahr durch mindestens soviel Kakao geerntet werden, wie es für das Herstellen einiger Kakaoprodukte notwendig ist.