Fernando de Noronha: Urlaubsparadies mit hohen Nebenkosten

Veröffentlicht: 15. Mai 2013 - 23:32h | Aktualisiert: 17. Dezember 2014 - 08:36h | Kategorie: Brasilien Reise-News

Fernando_de_Noronha_-_Pernambuco_-_BrasilDass das rund 550 Kilometer vor der Küste Brasiliens im Atlantik gelegene Archipel Fernando de Noronha nur etwas betuchte Urlauber ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Die Flugtickets von Recife im Bundesstaat Pernambuco oder von Natal im Bundesstaat Rio Grande do Norte sind in der Regel exorbitant teuer, hinzu kommen hohe Übernachtungskosten und zusätzliche Steuern. Man muss also schon kräftig in die Tasche greifen, um auf den paradiesischen Inseln im Atlantik seine Ferien zu verbringen.

Auch bei der Verpflegung wird der Unterschied zum Festland mehr als deutlich. Eine Dose Limo, Bier oder eine kleine Flasche Wasser sind mit 5 Reais gut und gerne doppelt so teuer wie an den endlosen Stränden im Nordosten des Südamerikagiganten. Für eine Tapioca, die aus Maniok hergestellte brasilianische Variante des Crêpes kostet gleich 10 bis 13 Reais, abhängig von der Füllung. Und ein schmales Mittagessen kostet gleich noch einmal ein ganzes Stück extra.

Auch für den auf der Insel gelegenen Nationalpark wird man zur Kasse gebeten. Das Ticket mit einer Gültigkeit von zehn Tagen kostet derzeit 65 Reais für Brasilianer, Ausländer zahlen mit 130 Reais das Doppelte. Dafür darf man dort dann die Wanderwege und die im Park gelegenen Strände besuchen. Rentner, Angestellte im öffentlichen Dienst und Kinder unter 11 Jahren sind davon allerdings ausgenommen. Wer die umgerechnet 50 Euro pro Kopf nicht zahlen will, der kann auch an den Stränden außerhalb des Parks entspannen und dort sein vornehmlich sonniges Brasilien genießen. Wenn man bei den hohen Zusatz-Kosten überhaupt wirklich echte Ruhe findet.

Denn den Umweltschutz-Obolus muss ein jeder Besucher des Archipels löhnen. Nur Kinder unter 5 Jahren sind befreit, danach gilt ein genereller Tarif von derzeit 45,60 Reais pro Nase. Eine dreiköpfige Familie (Ehepaar und 12-jähriger Sohn) aus Deutschland muss somit bei einem fünftägigen Besuch der Insel inklusive Zugang zum Nationalpark mit „Nebenkosten“ von insgesamt 400 Euro rechnen. Und dies bei happigen Hotel-, Transport- und Verpflegungskosten.

Aber dafür ist Fernando de Noronha ein wirkliches Paradies. Auf den insgesamt 17 Quadratkilometern der Hauptinsel, die auch als einzige bewohnt ist, leben gerade einmal 3.500 Menschen. Ansonsten ist die Natur des knapp 26 Quadratkilometer umfassenden Archipels faktisch nahezu unberührt. Bekannt sind die Inseln auch für ihre reichen Bestände an Delfinen und Meeresschildkröten, die in zahlreichen natürlichen und kristallklaren Wasserbecken zu bewundern sind. Vor allem Taucher kommen dort voll auf ihre Kosten.

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